Die gebogene Schilfrohrbeute

eine perfekte Bienenbehausung für die naturnahe Imkerei


Die gebogene Schilfrohrbeute , habe ich für meine kleine Hobbyimkerei entwickelt. Da ich meine Bienen so naturnah wie möglich halten wollte, habe ich mich eingehend mit dem Thema beschäftigt und verschiedene Beutensystheme ausgetestet. Aus dem erworbenen Wissen und Erfahrungen ist die Idee gereift, eine Beute zu bauen, in der die Bienen ein optimales Wohnklima erhalten, und die für den Imker einfach zu betreuen ist.

 

Die Bauweise:

Die Form der Beute sollte auf jeden Fall rundlich sein. Diese Form entspricht am ehesten den natürlichen Bienenbehausungen, wie zum Beispiel Baumhöhlen. Außerdem haben gewölbte Aussenflächen weniger Angriffsfläche für Wind und Kälte. Dadurch entstehen viel bessere Dämmeigenschaften. Auch ist die Außenfläche in Relation zum Innenvolumen geringer als bei eckigen Formen, was wiederum weniger Wärmeverlust bedeutet. Durch die gewölbte Bauweise entsteht zudem eine sehr hohe Stabilität.

 

Das Material:

Die natürliche Behausung, die Baumhöhle besteht an den Wänden hauptsächlich aus abgestorbenen morschen Holz. Dies kann viel  mehr Feuchtigkeit speichern und hat zudem auch bessere Dämmeigenschaften als gehobelte Holzbretter aus denen die meisten Bienenkästen bestehen. In diesen haben die Bienen es noch nicht gelernt sich auf die höhere Luftfeuchtigkeit einzustellen. Die Folge sind oft feuchte Innenwände und verschimmelte Waben.

Schilfrohr und Stroh haben aufgrund ihrer Wärmeleit- und Diffusionsfähigkeit genau die richtigen Eigenschaften, um für die Bienen im Inneren ein optimales Stockklima zu erreichen. Dies kann mit modernen Mess- und Berechnungsmöglichkeiten belegt werden.

Auch jeder Imker der noch, oder wieder mit Bienenkörben imkert, kann von dem hervoragendem Stockklima erzählen und hat keine Probleme mit Schimmel im Innenraum. Ohnehin sind die Bienenkörbe von Früher wohl die obtimalsten "künstlich" Bienenbehausungen um den Bienen ein bestmögliches Stockklima zu ermöglichen. Jedoch sind die Bienenkörbe durch ihre umständliche Betriebsweise leider weitestgehend verschwunden. Ihrem Beispiel folgend versteht sich die gebogene Schilfrohrbeute auch als Nachkomme des Bienenkorbs, verbunden mit einer modernen und praktischen Betriebsweise.

 

 

Die Naturnahe Imkerei

 

Die Bienen haben heutzutage mit sehr vielen Problemen zu kämpfen. Sie werden geschwächt durch Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft. Von fremden Parasiten aus fernen Ländern befallen gegen die sie nicht gelernt haben sich zu wehren. Deswegen werden sie wiederum mit Mitteln behandeln, die auch das Volk schwächt. Oft leiden sie an Nahrungsknappheit, weil die Landschaften vom Menschen leergeräumt sind. Und schließlich werden sie regelmäßig vom Imker aufgescheucht, der ihr Nest durchwühlt, ihre Wintervorrat an wertvollsten Honig plündert und durch einfaches Zuckerwasser ersetzt.

Als Folge all dieser Wiedrigkeiten sind die Bienen gestresst, sie werden anfällig für Krankheiten. Das Volk entwickelt sich nicht mehr gut, oder verrendet schließlich.

 

Die naturnahe Imkerei versucht dem durch verschiedene Maßnahmen entgegenzuwirken:

 

Das Stockklima

Die Bienen stellen in ihrer Behausung ein spezielles Mikroklima her. Dabei sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit genau aufeinander abgestimmt. Die Stockluft ist mit Propolisdämpfen durchsetzt, die das Nest keimfrei und die Bienen gesund halten.

Der Imker versucht dieses Stockklima durch die Art und Bauweise der Beute zu fördern und es möglichst selten aus dem Gleichgewicht zu bringen, indem er den Stock nur öffnet wenn es unbedingt sein muss. Dadurch vermeidet er auch unnötigen Stress für die Bienen und ein Auskühlen des Brutnestes, was zu einer verlängerten Brutphase und eine somit steigenden Varroavermehrung führen würde.

 

Der Naturwabenbau

 Die Bienen dürfen ihre eigenen Waben bauen. Der Imker verzichtet darauf, fremdes Wachs in den Stock einzubringen oder verwendet nur Wachsplatten aus eigener Produktion. Gekaufte Wachsplatten können mit für die Bienen schädlich Substanzen verunreinigt sein. Diese können das Bienenvolk schwächen oder gar töten.

 

Schwärme zulassen

Die Bienen dürfen sich selbst über den Schwarmtrieb vermehren. Dies führt zu einer natürlichen Brutpause und verringert somit auf natürliche Weise die Varroabelastung.

Auch können stark belastete Bienenvölker innerhalb dieser natürlichen brutfreien Phase effektiv behandelt werden. Die Schwärme sind meist vital und wenig belastet durch Milben.

 

Standbegattung

Die jungen Königinnen dürfen sich auf natürliche Weise paaren. Sie entscheiden somit selbst, mit welchen Drohnen sie sich paaren. Dies führt zu einer größeren genetischen Vielfalt und somit auch zu einer besseren Anpassung an die jeweiligen Umweltbedingungen. Alte Königinen werden von den Bienen selbst und ganz naturlich ausgetauscht. Die Königinnen aus sogenanter Umweiselung gelten als die besten Königinnen überhaupt.

 

Eigener Honig

Den Bienen wird für die Überwinterung ihr eigener Honig belassen. Zugefüttert wird nur wenn das Volk zu wenig Vorräte hat. Dadurch sind die Bienen gesünder und kommen besser über den Winter. Denn man darf niemals vergessen, dass einfacher Zucker Bienenhonig mit seinen unzähligen Inhaltsstoffen niemals ersetzen kann

 

 

Die Schilfrohrbeute ist so konzepiert, dass in ihrer Betriebsweise alle oben genannten Aspekte umgesetzt werden können. Sie bietet also alle Möglichkeiten, Bienen so naturnah wie möglich zu halten.